ASB Schuldnerberatungen GmbH

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Die ASB Schuldnerberatungen GmbH (kurz: asb) koordiniert als Dachorganisation die gemeinsamen Interessen der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich[1][2]. Sie ist eine GmbH mit Sitz in Linz (Oberösterreich). Im Privatkonkurs übernimmt die asb auch die Funktion des Treuhänders im Abschöpfungsverfahren.

Angebot

Die Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen koordiniert die gemeinsamen Interessen der Schuldenberatungen und fungiert als Verbindungsstelle der Schuldenberatungen zu Ministerien, Wissenschaft, Sozialeinrichtungen und Gläubigergruppen. Wesentliche Tätigkeitsbereiche liegen neben der Öffentlichkeitsarbeit und dem regelmäßigen Informationsaustausch, in der Aus- und Weiterbildung, der Optimierung inhaltlicher und organisatorischer Standards, sowie in der Forschung und Dokumentation. Im Rahmen des Schuldenregulierungsverfahrens (Privatkonkurs) übernimmt die asb die Funktion des Treuhänders im Abschöpfungsverfahren. Auf europäischer Ebene arbeitet die asb in der Vernetzung gleichartiger Einrichtungen mit.

Organisation

Die ASB Schuldenerberatungen GmbH ist als Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich eine übergeordnete Koordinierungs- und Schnittstelle zwischen den gemeinnützigen Schuldenberatungen und öffentlichen/privaten Einrichtungen. Die staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich sind Mitglieder im Beirat der asb und können mit jeweils einem Stimmrecht darin vertreten sein. Derzeit gibt es in Österreich zehn staatlich anerkannte Schuldenberatungsstellen mit zahlreichen dazugehörigen Regionalstellen und betreuten Sprechtagen in ganz Österreich[3].

Die Schuldenberatungen sind zum überwiegenden Teil als privatrechtliche, gemeinnützige Vereine organisiert. Einige sind in öffentliche Einrichtungen (z.B. Magistrat) eingebunden oder als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung organisiert. Sie werden zum größten Teil von öffentlicher Hand finanziert (Länder, Städte, Arbeitsmarktservice, sonstige Einrichtungen).

Das Justizministerium kann Beratungsstellen, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, zu "staatlich anerkannten Schuldenberatungen" erklären, diese Beratungsstellen können gemäß Insolvenzordnung SchuldnerInnen vor Gericht vertreten[4].

Die Arbeit der ASB Schuldnerberatungen GmbH wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie des Bundesministeriums für Justiz.

Geschichte

Seit Ende der 1980er Jahre haben sich die Schuldenberatungen österreichweit organisiert. Die Dachorganisation asb wurde 1992 als Verein gegründet und Ende 2002 in eine GmbH umgewandelt. Sie hat gem. § 267 (1) IO[5] ein Stellungnahmerecht vor der Entscheidung zur Bevorrechtung von Schuldenberatungen durch den Präsidenten des zuständigen Oberlandesgerichts. Seit 1995, mit dem Inkrafttreten des "Privatkonkurses", gibt es bevorrechtete Schuldenberatungen, die auch namentlich als "Schuldnerberatung" in der Insolvenzordnung erwähnt sind und vor Gericht vertreten dürfen.

Was bietet Schuldenberatung?

Staatlich anerkannte Schuldenberatungen bieten verschuldeten Einzelpersonen, Familien und Haushalten Hilfe zur Selbsthilfe an, um die Ver- bzw. Überschuldung zu beseitigen oder zu verringern. Schuldenberatungen sind um nachhaltige Lösungen und bemüht. Neben der unmittelbaren Unterstützung bei der Schuldenregulierung wird auch auf die Gründe der Ver- und Überschuldung Augenmerk gelegt. Gemeinsam mit den Betroffenen erarbeiten SchuldenberaterInnen Auswege aus der Überschuldung und orientieren sich dabei an den Möglichkeiten der jeweiligen Personen. Die Beratung erfolgt auf den Grundlagen der Freiwilligkeit und der Eigenverantwortlichkeit österreichweit, kostenlos und vertraulich.

Staatlich anerkannte Schuldenberatungen sind besonderen Qualitätskriterien verpflichtet. So sind sie etwa auf die Erfordernisse eines zeitgemäßen Qualitätsmanagements ausgerichtet.

Schuldenberatung erfüllt rechtliche, wirtschaftliche, psychosoziale und präventive Aufgaben. Bei der Lösung des Problems liegt der Fokus auf wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten; psychosoziale Begleitung und auch individualpräventive Maßnahmen werden dabei mit einbezogen.

• Rechtliche Schuldenberatung: Schuldenberatung erkennt rechtliche Probleme und gewährleistet notwendige Zusammenarbeit mit Gläubigern, RechtsanwältInnen und Gerichten. Nach der Insolvenzordnung (§ 192 IO[6]) kann sie KlientInnen auch in Schuldenregulierungsverfahren ("Privatkonkurs") vertreten.

• Wirtschaftliche Schuldenberatung: Schuldenberatung hilft beim Haushaltsbudget sowie bei der Erstellung von Sanierungsplänen.

• Psychosoziale Schuldenberatung: Psychische und soziale Probleme, die die eigene Lösungskompetenz und die Lösungskapazitäten übersteigen, sind Aufgabe der darauf spezialisierten Institutionen. Bei Bedarf wird an diese verwiesen.

• Präventive Schuldenberatung: Schuldenberatung leistet Präventivarbeit in Form von Finanzbildung. Ihr Ziel ist, mündige KonsumentInnen zu fördern[7].

Staatlich anerkannte Schuldenberatung

Seit Jänner 2008 tragen die "staatlich anerkannten Schuldenberatungen" ein Gütesiegel, das größere Sicherheit im Hinblick auf das zur Verfügung stehende Beratungsangebot geben und anerkannte Schuldenberatungen von anderen Anbietern unterscheidbar machen soll. Staatlich anerkannte Schuldenberatungen sind besonderen Qualitätskriterien verpflichtet und zudem berechtigt, SchuldnerInnen in Insolvenzverfahren vor Gericht zu vertreten. Sie arbeiten im öffentlichen Auftrag des Bundesministeriums für Justiz.

Im Rahmen einer Social Return on Investment (SROI)-Analyse hat das NPO-Kompetenzzentrum der Wirtschaftsuniversität Wien (Studienleiterin: Mag. Eva More-Hollerweger) für den Untersuchungszeitraum 2011 den sozialen Mehrwert von Schuldenberatung errechnet. Jeder Euro, der in die staatlich anerkannten Schuldenberatungen investiert wird, schafft soziale und wirtschaftliche Wirkungen im Gegenwert von 5,3 Euro[8].

Weblinks

Einzelnachweise