Murtfeldt Kunststoffe

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Die Murtfeldt Kunststoffe GmbH & Co. KG mit Sitz in Dortmund, Nordrhein-Westfalen ist ein Unternehmen, dass zusammen mit den Tochterunternehmen Murdotec (Dortmund), Mata Kunststoffen (Noordwijkerhout, Niederlande) und Murtfeldt Plasty (Měšice, Tschechische Republik) sowie verschiedenen Vertriebs- und Handelspartnern international auf dem Gebiet der Kunststoffherstellung und -verarbeitung tätig ist.

Murtfeldt Kunststoffe produziert Halbfertig- und Fertigteile aus ultrahochmolekularem Niederdruck-Polyethylen (UHMW-PE / PE-UHMW), hochmolekularem Polyethylen (PE-HMW) und anderen technischen Kunststoffen wie Polyamid (PA), Polyoxymethylen (POM), Polyethylenterephthalat (PETP) oder Polyetheretherketon (PEEK) und zählt zu den führenden Anbietern im Bereich der Herstellung und spanenden Verarbeitung von technischen Kunststoffen und Hochleistungskunststoffen. Die Produkte finden hauptsächlich im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Antriebs- und Fördertechnik aber auch in anderen Bereichen Verwendung.

Ein im Jahr 1958 von Murtfeldt für die Anlagen der Stahlindustrie eingeführtes[1] ultrahochmolekulares Niederdruck-Polyethylen begründete den Wechsel von einem reinen Handelsunternehmen zum Kunststoffhersteller. Dieses fest in der Förder- und Lagertechnik verankerte Material kommt heute aufgrund der charakteristischen Gleit- und Verschleißeigenschaften weltweit als geschützte Marke Original Werkstoff “S“ grün in Maschinen und Anlagen zum Einsatz, mit denen verpackt, abgefüllt und transportiert wird[2]. Aber auch bei Aufgabenstellungen, bei denen gleitunterstützende Materialien zum Einsatz kommen, wie z.B. als Gleitmedium beim Verschieben von Brücken.

Verschub einer 600 Tonnen schweren Eisenbahnbrücke über den Flakenkanal bei Erkner. Murtfeldt Kunststoffe fungieren als Gleitunterstützer, 2013.

Geschichte

Anfänge

Ehemalige Backstube an der Moltkestraße, Ecke Kaiserstraße, in der das Unternehmen 1954 gegründet wurde.

Im Jahr 1954 wurde das Unternehmen von Fritz Murtfeldt in einer kleinen Backstube gegründet. Anfangs bestand es aus lediglich vier Mitarbeitern und hatte sich auf den Vertrieb von Industrieartikeln jeder Art für den Bergbau und die Schwerindustrie spezialisiert. Kunststoffe spielten in dieser frühen Unternehmensphase keine Rolle. Im Maschinenbau wurde zu dieser Zeit lediglich ein Kunstharzpressholz in speziellen Anwendungen dort eingesetzt, wo später Kunststoffe Verwendung finden sollten.

Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts

Verwaltungsgebäude in den 1970er Jahren am heutigen Standort in Dortmund-Brackel.

Als die Stahlindustrie Ende der 1950er Jahre ein säurebeständiges Material für ihre Anlagen benötigte, führte das Unternehmen Murtfeldt, das bis zu diesem Zeitpunkt immer noch als reines Handelsunternehmen agierte, im Jahr 1958 ein ultrahochmolekulares Niederdruck-Polyethylen (PE-UHMW) in grüner ein, das die von der Stahlindustrie benötigte Säurebeständigkeit aber auch hervorragende Gleiteigenschaften in Verbindung mit einer sehr hohen Abriebfestigkeit verband und so schnell zu einer gefragten Marke im Bereich des Maschinenbaus wurde.

Die große Nachfrage nach dem unter dem Namen Original Werkstoff “S“ grün (“S“ für säurebeständig) vertriebenen Kunststoffs seitens Industrie, Maschinen- und Anlagenbau, veranlasste Fritz Murtfeldt 1963 dazu eine eigene Produktion in der umgebauten Backstube aufzubauen.

Im Jahr 1967 wurde mit der Entwicklung und Einführung der ersten Rollenketten-Gleitschienen aus Original Werkstoff “S“ grün der Grundstein für das Murtfeldt Standardsortiment gelegt. Diese neuen Gleitschienen aus Kunststoff verdrängen in den Folgejahren die bisher in Anlagen verwendeten verschleißanfälligen, ölgeschmierten und geräuschvollen Kettengleitschienen aus Stahl fast völlig.

Den Handel mit anderen Industrieprodukten stellte Fritz Murtfeldt noch in den 1960er Jahren ganz ein.

Wegen der zunehmend beengten Verhältnisse kaufte Murtfeldt 1969 ein Betriebsgebäude im Dortmunder Ortsteil Barop, in dem die Fertigung, der Verkauf und die Verwaltung untergebracht wurden. Aber auch diese Räumlichkeiten reichten schon nach weiteren drei Jahren nicht mehr aus, weshalb im Jahr 1973 der Neubau der Zentrale am heutigen Standort in Dortmund-Brackel begann. Mit diesem Schritt wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass Murtfeldt sich mit Produktion und Lager dem kontinuierlichen Geschäftsaufbau anpassen konnte. Weitere Bauabschnitte folgten.

1989 erwarb Murtfeldt Kunststoffe das niederländische Unternehmen Mata, mit dem schon seit den späten 1960er Jahren eng zusammengearbeitet wurde. Im Jahr 1992 folgte die Eröffnung des tschechischen Tochterunternehmens Murtfeldt Plasty, s.r.o., als Handels- und Ansprechpartner für den wachsenden osteuropäischen Markt und 1993 schließlich die Gründung von Murtfeldt Italia im italienischen Varese.

Das neue Jahrtausend

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Ausgehend von der Fertigungshalle im Jahr 1973 verfügte Murtfeldt Kunststoffe 2013 über eine Produktionsfläche von 17.000 Quadratmeter. Nach verschiedenen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen übernahm Murtfeldt 2014 das angrenzende Firmengelände der insolventen und 2013 geschlossenen Van Netten Schokoladenfabrik[3] zur Erweiterung der Produktion.[4]

Soziales und kulturelles Engagement

Murtfeldt Kunststoffe engagiert sich stark in sozialen und kulturellen Bereichen und unterstützt ehrenamtliche wie hauptamtliche Projekte, die Kindern wie Erwachsenen, Kranken wie Gesunden, aber auch der Umwelt, kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen sowie technischen Projekten zu Gute kommen. Im Fokus steht dabei die Hilfe zur Selbsthilfe und dass bei der Unterstützung von Organisationen ein Unterstützungsnetzwerk aus mehreren Unternehmen aufgebaut wird. Aufgrund der engen Standortbindung konzentriert sich Murtfeldt bei der Auswahl der Projekte vordergründig auf solche, die in einem lokalen Kontext zum Unternehmensstandort stehen. Eine große Bedeutung spielt für das Unternehmen aber auch, dass sich Murtfeldt Mitarbeiter für ein Projekt engagieren oder eine persönliche Verbindung dazu haben, wodurch auch viele überregionale und internationale Hilfsprojekte - von Bildung über Brunnenbau bis hin zur Soforthilfe nach Naturkatastrophen - unterstützt werden. Die Motivation von Murtfeldt, sich in großem Umfang für soziale, gesellschaftliche und kulturelle Projekte einzusetzen, begründete Murtfeldt Geschäftsführer Detlev Höhner 2016 in einem Interview:Vorlage:Zitat

Trivia

Die Bekanntheit des farblich auffallenden Original Werkstoff “S“ grün, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, führte nicht nur dazu, dass sich der Markenname „S grün“ als Gattungsname (Deonym) im Maschinenbau stellvertretend für alle grünen ultrahochmolekularen Niederdruck-Polyethylene eingebürgert hat[5], sondern auch dazu, dass weltweit andere Anbieter mit einem ähnlichen Produktportfolio einen nahezu identischen Grünton für ihre Kunststoffe einsetzen. Diesbezüglich resümiert Murtfeldt Geschäftsführer Detlev Höhner die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in einem Interview aus dem Jahr 2014:Vorlage:Zitat

Literatur

  • Oberbach, Karl u. a. (Hrsg.): Saechtling Kunststoff-Taschenbuch. 29. Auflage. Carl-Hanser-Verlag, München 2004, ISBN 3-446-22670-2.
  • Otto Friedrich Schwarz: Kunststoffkunde. 7. Auflage. Vogel, Würzburg 2002, ISBN 3-8023-1917-6.
  • Domininghaus, Hans: Die Kunststoffe und ihre Eigenschaften. 6. Auflage. Springer, Berlin/ Heidelberg 2005, ISBN 3-540-21410-0.
  • Dispan, Jürgen: Kunststoffverarbeitung in Deutschland. Branchenreport 2013. (= IMU-Informationsdienst Nr. 4–2013). Stuttgart 2013. Link zur Branchenstudie
  • Baumast, Annett; Pape, Jens (Hrsg.): Betriebliches Umweltmanagement – Nachhaltiges Wirtschaften im Unternehmen. Lehrbuch des Doktoranden-Netzwerks Nachhaltiges Wirtschaften e. V., 4. Aufl., Eugen Ulmer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8001-5995-6
  • Kramer, Matthias; Strebel, Heinz; Kayser, Gernot (Hrsg.): Internationales Umweltmanagement. Band 3: Operatives Umweltmanagement im internationalen und interdisziplinären Kontext. Gabler, Wiesbaden 2003, ISBN 3-409-12319-9

Zeitschriften und Aufsätze

Weblinks

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Einzelnachweise